Frühlingsbote: die Tulpe

Wie keine andere Frühlingsblume haben Tulpen den Menschen seit eh und je den Kopf verdreht.

Die Tulpe stammt ursprünglich aus Persien und der Türkei, wo sie auch ihren Namen erhielt, der sich aus dem türkischen Wort "tülbent" entwickelte, das übersetzt "Turban" bedeutet. Wahrscheinlich erinnerten die Blüten in ihrer Form an die Kopfbedeckung reicher Osmanen.

Von Persien und der Türkei aus gelangten Tulpen schliesslich nach Europa, wo sie im 16. Jahrhundert erstmals in Italien schriftliche Erwähnung fanden, damals eine kaum bezahlbare Kostbarkeit. Heute sind die Pflanzen in Europa, Asien und Nordafrika heimisch, der grösste Produzent von Tulpen weltweit ist Holland.

Die Tulpe ist eine über 150 Sorten umfassende Gattung, die der Familie der Liliengewächse angehört. Die Blühzeit ist zwischen März und Juni, sie erreicht eine Höhe von 15-60 cm.

Standort: Wichtig ist ein sonniger Ort. Im Halbschatten lässt die Blühfreude nach dem ersten Jahr deutlich nach.

Boden: Tulpenzwiebeln fangen bei Staunässe leicht an zu faulen. Schwere Böden vor dem Legen der Zwiebeln im Herbst gründlich lockern und etwas Sand oder groben Kies mit ins Pflanloch geben, damit das Wasser versickert.

Pflanztiefe: Für Tulpen gilt als Faustregel die zwei- bis dreifache Zwiebelhöhe.

Tipp: Die schönsten Blüten-Effekte im Beet erzielt man, wenn die Tulpenzwiebeln in lockeren Gruppen von fünf bis zehn Stück gepflanzt werden, Farben wenn möglich nicht zu stark mischen.

Nach der Blüte: Schneiden Sie die Blätter nach der Blüte auf keinen Fall sofort ab, sondern warten Sie so lange, bis das Laub vollkommen gelb geworden ist. Erst dann hat die Blumenzwiebel genügend Reservestoffe für's nächste Frühjahr gesammelt. Die Zwiebel stirbt nach der Blüte ab und bildet eine Tochterzwiebel, die in der darauffolgenden Saison austreibt und blüht.

Warum schliessen Tulpen im Schatten und bei Nacht ihre Blüten?

Dafür ist nicht geringeres Licht, sondern mangelnde Wärme verantwortlich. Bei Kälte beginnt die Aussenseite des Blütenblattbodens zu wachsen. Als Folge wölben sich die Blütenblätter nach innen, die Blüte schliesst sich. In der wärmenden Sonne beginnt stattdessen die Innenseite des Blütenblattes zu wachsen, die Blütenblätter wölben sich nach aussen. An sehr warmen Tagen öffnen sich Tulpen sogar so wit, dass die Blütenblätter überhängen. Botaniker nennen dieses Wachstum "Thermonastie". Sie wiederholt sich während der Blütezeit dutzende Male. Dabei wächst die Tulpenblüte, manchmal wird sie doppelt so gross.

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